Dienstag, 8. Oktober 2013

Herbsttraum Teil 2: Staufen

Wie profan klingt das denn, werdet Ihr Euch fragen:
S T A U F E N 


Aber weit gefehlt:

Als unsere Mädels uns vier Tage Ausgang gewährten und Schulalltag samt Haushalt alleine bewerkstelligten, war uns sofort klar, dass wir nicht nach Rom, Florenz oder Paris reisen wollten, sondern in unser seit vielen Jahren geliebtes Staufen.

Denn weniger ist so häufig mehr.


Nach unserer Stipvisite in Heidelberg war das Ankommen in dieser süßen Stadt, die einer Puppenstube gleicht, wie ein wohliges Nach-Hause-Kommen.





Die wie Seilbahnen zwischen den Häusern hängenden Laternchen wiesen uns den Weg zu unserer kuscheligen Herberge, der wir schon seit vielen Jahren treu sind.



Vom Bett aus genießt man den Blick hinauf zur Burg . . . . . 



 . . . .  und beim Frühstück kann man schon einmal bis auf den Markt sehen, was die Händler dort denn Frisches zum Erwerb bereithalten.






Die zahlreichen individuellen, inhabergeführten Geschäfte, die man kaum mehr in einer größeren Stadt antrifft, reihen sich wie kostbare Perlen an einer Schnur durch das Örtchen.


Hier gibt es wirklich noch individuelle Ware, liebevoll dekoriert.


Sowie Eis vom Bauernhof, unter Kronleuchtern präsentiert.


Seifen für den Gärtner und . . . . . 


. . . . . tatsächlich noch ein "echtes" Spielwarengeschäft 
mit HOCHWERTIGEM Spielzeug.

Die Goldschmieden, Chocolaterien, Buchhandlungen, Papier- und Kunstwaren-Geschäfte, Naturkostläden, Bekleidungs- oder Handarbeitsgeschäfte, Living and Style-Lädchen etc. bieten Dinge an, die liebevoll von ihren Besitzern vorausgewählt wurden. Sogar das Elektrofachgeschäft führt keine 0-8-15-Küchengeräte, sondern tatsächlich Besonderes.

Die Bäcker können noch nach den selbst erdachten Rezepten backen und es duftet aus den Käselädeles und Fleischereien nicht nach Massenware. 
Bio-Läden sind keine Ausnahme, sondern gehören zum Standard.


Im Schatten der Kirche lässt es sich wunderbar Kaffeetrinken in einer kleinen sehr persönlich geführten Kaffeerösterei.
Die Tischchen und Stühle stehen direkt neben der Kirchenmauer auf öffentlichen Parkflächen. Und auch wenn Ihr's nicht glaubt, romantischer geht's kaum.





So herrlich diese kleine verwunschene Welt auf meinen Fotos aussieht, so schrecklich ist die Wirklichkeit. Denn seit 2007 zerreißt die Stadt.

Durch unsachgemäße Erdwärmebohrungen bei der Renovierung des mitten im historischen Zentrums gelegenen Rathauses, hebt sich seitdem der Boden unter dem beschaulichen Städchen. Und zwar in einem solch' immensen Umfang, dass die Häuser förmlich auseinandergerissen werden. Da mit der Hebung des Bodens natürlich auch eine Streckung des Untergrundes stattfindet, kann man sich leicht vorstellen, was dies bedeutet. Eine betroffene Straße ist z.B. heute bereits 58 cm länger als vor der Bohrung.




Die Risse in den Häusern haben bedrohliche Maße angenommen und viele der 270 betroffenen vorwiegend historischen Häuser werden ihr Schicksal nicht überleben. 
Es ist eine Katastrophe in Zeitlupe.

Wer gerne mithelfen möchte, 
diese wunderschöne Stadt zu retten, 
der darf sich gerne HIER oder HIER oder HIER näher informieren.


Staufen ist nicht nur ein Eldorado für Liebhaber von Gutedel, Riesling und Co.,





. . . . . sondern bietet durch seine geographische Lage einen wunderschönen Ausgangspunkt für Ausflüge ins Elsaß, in die Schweiz, in den Hochschwarzwald mit seinen ausgedehnten Wanderwegen . . . . . 






. . . . . oder nach Freiburg oder Straßbourg.

Erkennt Ihr Staufens Schloßberg?

Nicht zu vergessen das Markgräfler Land, in welchem sich wahre Schätze verbergen, die ich Euch auch noch zeigen möchte.

Und überall kann man sich kulinarisch verwöhnen lassen und dies zu sehr moderaten Preisen in stets liebevoll gestaltetem Ambiente.





Ja, Ihr habt recht: 
dieser Blog-Eintrag ist eine Liebeserklärung 
an ein wahres Schmuckkästchen.

Wie heißt es doch so treffend:
"Arm sind die, die das Glück nur im Großen suchen, 
dabei liegt es ihnen im Kleinen täglich zu Füßen." 

Über den nächsten Blogeintrag werden sich alle Gartenfreunde unter Euch freuen, denn ich berichte Euch Wunderschönes von der "Gräfin von Zeppelin".

Dann gibt's noch einen Ausflug nach Freiburg und ich verrate Euch einen echten Geheimtipp.

Zum Abschluss meines Herbsttraumes lasse ich Euch von meinem Lieblings-Herbst-Gericht kosten und schenke Euch das Rezept.


Dankeschön, dass Ihr bis hierher durchgehalten habt. Sehr tapfer.

Liebe Herbstgrüße von
Anja


Kommentare:

  1. Liebste Anja,
    guten Morgen, dass ist wirklich ein sehr sehr schönes Städtchen, ich hab tatsächlich vorher noch nie was von gehört, peinlich gell.
    Aber ich finde es überaus interessant und ich werde mal googeln wo das genau liegt, auf jeden Fall hast du jetzt so davon geschwärmt dass ich da bestimmt mal hinfahren werde wenn es nicht so sehr weit ist von uns.
    So hast du zumindest nach dem Heidelbergflop noch eine große Freude gehabt.
    Schade, dass die Stadt so zerfällt, das ist ja echt schlimm solche Risse.
    Liebe Grüße von Tatjana

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  2. Liebe Anja,
    mein Mann ist zwar Kölner aber in Staufen aufgewachsen, wir versuchen (seit meine Schwiegereltern gestorben sind) alle zwei Jahre hinzufahren und ICH LIEBE ES! Du hast die Stimmung toll eingefangen!!!
    ganz liebe andrellagrüsse

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  3. Danke. Das weckt schöne Erinnerungen!
    Gesa

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  4. Also ein besser Werbung für Staufen gibt es kaum, werde es mir aber sehr gerne hinter die Ohren schreiben und gleich googeln wo es liegt :o)!
    Für den nächsten Ausflug....
    liebe Grüsse und danke für die schönen Bilder.
    Berni

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  5. Hallo Anja,
    ein wahres Fest für die Augen, Deine Bilder!
    Dort würde es mir auch gefallen!
    Der Schwarzwald ist ja auch schön. Ich war beim letzten Mal in Freiburg.
    War auch superschön.
    Liebe Grüße Olga

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  6. Wow!
    Ich habe es geschafft!!
    Soooooo viele Fotos und soooo viel Text!
    Das war ja ein Dreifach-Eintrag!!!
    Eine Liebeserklärung und ein Werbeprospekt in einem!
    Wer jetzt nicht nach Staufen fährt, dem wohl nicht mehr zu helfen.
    Apropos helfen: Ich finde es gut, dass Du auf die entsprechende "Staufen darf nicht zerbrechen" Seite hinweist.
    Die Bilder sind wieder hinreißend, und der Text ist toll geschrieben.
    Danke für diesen tollen Blog!
    W.

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  7. Oh wow. Das sieht doch mal nach einem gelungen Ausflug aus!Bine.

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  8. Liebe Anja,
    das ist wahrlich eine Liebeserklärung an Staufen. Ich kenne dieses schöne Städtchen selbst nicht, habe aber über diese Schäden kürzlich einen Bericht im Fernsehen gesehen. Es ist ganz schrecklich das es wohl keine Rettung für diese historischen wunderschönen Häuser gibt.
    Danke für deine wieder einmal tollen Fotos!
    Liebe Grüße
    Gitti

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  9. Oh, Du warst ja ganz knapp bei mir, denn ich wohne im Markgräfler Land! In Staufen war ich allerdings erst einmal seit ich hier lebe, aber mir sind auch gleich die individuellen Geschäfte aufgefallen. Und, ich sollte mich schämen, denn ich war noch nie in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin, und die ist gaaaanz nah. Dafür aber war ich zweimal im Landhaus Ettenbühl mit den dazugehörigen Gärten und tollem Cafe und wunderhübschen Lädchen. Und wenn du das nächste Mal in Freiburg bist, empfehle ich dir sowohl einen Spaziergang durch den sehr schönen Stadtteil Herdern und einen Besuch in der tollen Gärtnerei Vonderstraß, zu der ebenfalls ein nettes Cafe mit leckerem hausgemachten Kuchen gehört und wo man auch tolle Dekoteile erwerben kann. Dann wäre da noch ein großes Geschäft mit historischen Baustoffen in Freiburg - leider komm ich nicht auf den Namen - beim googeln müßte es aber zu finden sein. Dieses Geschäft bietet alte Türen und Fenster, antike Öfen und Säulen und Postamente, Badewannen, Lichtschalter, Ziergitter wie man sie früher an Balkonen und Fenstern hatte und vieles mehr. Wirklich sehenswert. Und in Freiburg sollte man im Mai/Juni ünbedingt die Gerbergasse aufsuchen, da gibts kleine Geschäfte und Weinstuben und die ganze Gasse wird von duftenden Glyzinien überspannt.

    Bin schon sehr gespannt auf die nächsten Posts!

    Ganz liebe Grüße,
    Tanja

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  10. Liebe Anja,
    was für traumhafte Bilder aus meiner Heimat - wir wohnen ca. 8 min von Staufen entfernt in Hartheim am Rhein. Es ist wunderbar deine Fotos zu betrachten - sie sind so stimmungsvoll - wie das Städtchen Staufen, das, wie du auch berichtest, leider immer mehr zerfällt. Vielleicht verschlägt es dich ja wieder einmal in die Gegend - dann hätte ich auch noch ein paar Tipps für dich (die oben, von Tanja, genannten Orte sind auch alle traumhaft !) - Wir verbringen unsere Freizeit am Rhein, im Markgräfler Land und im benachbarten Elsass.
    Viele, herzliche Grüße aus der Windmühle
    Iris

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  11. Hallo Anja ...
    Ich war vor knapp 19 Jahren dort mit meinen Kids zur Kur und es war wirklich Super schön...total romantisch dort unten..aber wir norddeutschen haben es auch toll...halt weitläufiger und immer ne steife Briese um die Nase...Lg. Von Conny

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  12. Ein wundervoller Bericht mit traumhaften Fotos, den ich geradezu verschlungen habe.

    Viele liebe Grüße
    Ines

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  13. Da möchte ich auch hin!!!!
    Liebe Grüße,
    Regina

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